Pressestimmen

Grasberg. Wie in vielen anderen Orten gab es am Sonntag auch in Grasberg Veranstaltungen zum zweiten Advent. Eine unterschied sich jedoch von den gewohnten Mustern: Die Grasbergerin Heidrun Löck-Krüger trug im Rathaussaal eine bekannte und einige kaum bekannte Geschichten vor. Mit ihrer bewundernswerten Erzählkunst verstand sie es, Jung und Alt gleichermaßen zu fesseln. . Während der ganzen Zeit lauschten die faszinierten Gäste in der eindrucksvollen Atmosphäre sehr aufmerksam den Erzählungen ...

(Quelle: Weser-Kurier)

 

Von der Magie des Erzählens

Duo "Ohrenlicht" zaubert mit Worten und Melodien märchenhafte Bilder in die Köpfe der Gäste

GRASBERG. Was machen Liebe und Eifersucht, Trennung, Trauer und Tod mit Menschen in anderen Ländern? Sind es die gleichen Gefühle wie in unserer Kultur? Das Duo "Ohrenlicht" gab seinem Publikum Antworten - auf beeindruckende Weise. Mit wohl dosierter Sprache und Musik nahmen die Künstlerinnen ihre Zuhörer mit auf eine faszinierende Fantasiereise.

Im Rahmen des "MundWerk Erzählfestivals Nordwest 2008" begrüßte Bürgermeisterin Marion Schorfmann das Duo mit der Erzählerin Heidrun Löck-Krüger und der Geigerin Johanna Köhler im Grasberger Rathaus. "Eros und Tod", zwei gewichtige Elemente im Leben der Menschen, hatten sie als Motto über den Abend gestellt, der der alten Tradition des Erzählens gewidmet war.

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(Foto: Undine Zeidler)
Löck-Kröger nahm der Überschrift die Schwere, indem sie ankündigte: "Es darf auch ein heiterer Abend erwartet werden." So geschah es. Sie entführte die Zuhörer mit ihrer ruhigen, einfühlsamen, aber zugleich lebendigen Art des freien Erzählens in ferne Welten mit doch so vertrauten Gefühlen. Freude und Trauer lagen dicht beieinander in diesen Geschichten, die jede auf ihre Weise doch ein gutes Ende nahm. Selbst als es ums Sterben ging, stand am Ende das befreiende Lachen des Publikums. So geschehen beim litauischen Märchen "Frau Holles Apfelgarten". Eine listige Alte hatte keine Lust zu sterben - Löck-Krüger verstand es durch Intonation meisterlich, davon ein Bild zu zeichnen. Es ging um den Tod, der im Auftrag seiner schönen Herrin "Frau Holle" die Alte holen sollte. Doch die entzog sich dem Ansinnen mittels eines listigen Kartenspiels. Mit schelmischer Stimme beschrieb Löck-Krüger die Szene. Man meinte förmlich, die beiden mit den Karten in der Hand am Tisch zu sehen. Die Zuhörer amüsierten sich köstlich über des Todes Dummheit.

Während diese Geschichte frech und fröhlich daher kam, erzeugten Löck-Krüger und Köhler bei "Der Spiegel ins Jenseits" eine völlig konträre Atmosphäre. Das Märchen führte in die Mythenwelt Argentiniens. Johanna Köhler stimmte durch sanfte Tangoklänge darauf ein. Dann übernahm Löck-Krüger. Ruhig, getragen geleitete sie die Zuhörer durch die Erlebnisse einer jungen Frau, die ihren Mann über dessen Tod hinaus liebte. Reglos lauschten die Zuschauer, als die Erzählerin das Bild eines Spiegels heraufbeschwor, vor dem die junge Frau mit einer Kerze in der Hand stand und darauf hoffte, ihrem toten Mann zu begegnen. Hier griff die Magie der Erzählgabe von Heidrun Löck-Krüger. Wohl jeder im Raum sah die Szene vor sich. Der Spiegel war das Tor zur "Anderswelt", also ins Reich der Toten. Dorthin wollte die Frau ihrem Manne folgen. Löck-Krüger gelang es, mit ihrer Stimme all die Poesie dieser großen Liebe und das Unglaubliche dieses Weltenwechsels für das Publikum greifbar zu machen. Mit einem dezenten, sehr emotionalen Tango holte Johanna Köhler die Zuhörer am Ende der Geschichte wieder ab.

Darin lag die hohe Kunst des Duos "Ohrenlicht". Die Künstlerinnen ergänzten einander. Blicke genügten, um sich gegenseitig Einsätze zu geben. Gemeinsam erschufen sie an diesem Abend ein Ganzes, das die Seelen und Herzen der Zuschauer ergriff. Johanna Köhler nahm dabei mit ihrer Geige die so verschiedenen Schwingungen der Märchen aus aller Welt auf und übersetzte sie in eine ruhige, ergreifende Musiksprache. Klar und ohne Schnörkel improvisierte sie nach Volksweisen der Herkunftsländer der Märchen. Hier bezauberte die Geige als Soloinstrument und trug die Gedanken der Zuschauer in die Märchenwelten der Heidrun Löck-Krüger. In den Geschichten stimmten bei der Erzählerin jede Pause, jede Betonung und jede sparsame Geste der Hand. "Ohrenlicht" ließ die Zuhörer an diesem Abend ihren Alltag vergessen und fesselte sie mit jedem Märchen aufs Neue.
(Quelle: Wümme-Zeitung)

 

Märchen geben Kraft

Grasberg.Was viele nicht wissen: Grasberg hat eine echte Geschichtenerzählerin. Heidrun Löck-Krüger hat nichts von einer weißhaarigen, im Lehnstuhl sitzenden Frau, die Kindern Märchen vorliest. Im Sonnenschein hinter ihrem wunderschönen Haus in Grasberg sitzt mir eine sehr klare, sympathische und moderne Geschichtenerzählerin gegenüber. Und erzählt zur Begrüßung das Märchen „Die Maulbeeromelette“. Das Märchen wirkt meditativ und erholsam auf mich.

„Ich lerne sie alle inwendig“, meint Heidrun Löck-Krüger. Die Brüder Grimm haben über 200 Märchen aufgezeichnet, dazu kommen all die anderen, aus der ganzen Welt. Ihr Repertoire umfasst ca. 100 Märchen, Mythen, Schwänke. Während sie ihre Märchen erzählt,  lässt die Text- und Wortgestalt den Zuhörern eigene innere Bilder erscheinen und diese können, ähnlich einer Therapie, Erkenntnisse auslösen. Löck-Krüger durchlebt beim Erzählen jede einzelne Figur: „Ich bin der König, das Eselein, die Braut und sogar Gegenstände, ein Turm, Wasser, Wald.“

Etwa ein Vierteljahr dauert das Einüben einer Geschichte, bis sie so sitzt, wie sich die ausgebildete Erzählerin das wünscht. Nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst konnte sie sich ganz dem Märchenerzählen widmen. Sie absolvierte eine mehrjährige Ausbildung mit Seminaren und internationalen Tagungen und Kongressen. „Ich erzähle Volksmärchen und Sagen in alter Erzähltradition.“

Bar und bloß steht sie vor dem Publikum mit dem reichen Geschenk eines Märchens. Gebucht wird die Grasbergerin gerne für kleine Bühnen, Feste und Seniorenveranstaltungen, Kirchen und Schulen. Sie erzählt mir zwischendurch das recht unbekannte Märchen vom Eselein. Diese Geschichte ist ein Trostmärchen für Eltern mit behinderten Kindern und gibt Hoffnung und Kraft. Es tröstet aber auch Kinder, die sich nicht angenommen fühlen.

12 Gruppen von Märchen unterscheidet Heidrun Löck-Krüger: dazu gehören Tiermärchen, Alltagsmärchen (meist regionaler Art), Legenden über Heilige, die Vielzahl der Zaubermärchen, Schwänke und Schrullen sowie Teufelsmärchen und Märchen über den Tod.
„Das Märchen steht immer im Vordergrund, es ist mein Lebensinhalt geworden. Ich habe lange nach meinem Talent gesucht, nach meiner Begabung. Jetzt weiß ich: es ist meine Erzählstimme.“  Die liebenswerte Grasberger Erzählerin ist sicher, dass, wer mit Märchen aufwächst gegen manche Unbill des Lebens gefeit ist. Da bin ich ja beruhigt, denn Märchen waren mein Ein und Alles.

Interview: P. Weigel, OHZ

 

Märchenstunde im Haus Clüver

Musik und Märchen aus Südamerika

Achim. Heidrun Löck-Krüger besitzt eine Gabe, über die in der heutigen Zeit immer weniger Menschen verfügen: Sie kann Geschichten erzählen. Und genau dies tat sie am Mittwochnachmittag im Clüverhaus in Achim. Anläßlich der Ausstellung "Lebendige Molakunst" hatte sie Märchen aus Südamerika ausgewählt.

Ein kleiner, aber sehr interessierter Kreis von Zuhörern hatte sich eingefunden, um ihrer warmen und ruhigen Stimme zu lauschen. Einen Text oder Bilder benötigt die Erzählerin nicht. Für die Faszination sorgte allein ihre Stimme. Zwischen den Geschichten spielte Bernd Schlott auf der Klarinette. Mit Hilfe eines kleinen Verstärkers untermalte er seine recht melancholischen, frei improvisierten Melodien mit kleinen Effekten, die den Klang noch um ein vielfaches voller klingen ließen.

Langanhaltender und herzlicher Beifall war der Lohn für die beiden Künstler, die an diesem Nachmittag sowohl Kindern als auch Senioren eine gelungene Märchenstunde darboten.
(Quelle: Achimer Kurier)